2. Philharmonisches Konzert

 

Christoph Willibald Gluck (1714-1787): Ouvertüre zu Iphigenie in Aulis

Johann Baptist Vanhal (1739-1813): Konzert für Kontrabass und Orchester

Johannes Brahms (1833-1897): Serenade Nr. 2 A-Dur op. 16

Der Kampf um Existenz und Wahrnehmung vereint die drei in diesem Konzert erklingenden Werke. In Glucks 1774 uraufgeführter Oper Iphigenie in Aulis wird König Agamemnon von den Göttern aufgefordert, seine Tochter Iphigenie zu opfern. Gluck unterstreicht die Ausnahmesituation der Protagonisten mit einer revolutionär schlanken Musiksprache, mit welcher er seinerzeit den kompositorischen Aufbruch anführte und den Grundstein für die Entwicklung zur musikalischen Klassik legte.

Johann Baptist Vanhal hatte bereits seinen festen Platz in der Mitte der bekannten Großen der Wiener Klassik gefunden, als er 1773 sein Konzert für Kontrabass und Orchester komponierte. Der Einsatz des Kontrabasses als Soloinstrument war damals neu, denn bislang wurde diesem Instrument nur die begleitende Basslinie anvertraut. Lisabet Seibold, 1996 in Esslingen am Neckar geboren, gilt als ein vielversprechendes Talent auf diesem Instrument. Die Studentin der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar gewann u. a. beim Internationalen Mozartwettbewerb Berlin 2019 einen 1. Preis und erreichte das Halbfinale des Internationalen Bottesini Wettbewerbs in Crema.

„Einfachheit, Präzision und Klarheit“ attestierte ein Kritiker Johannes Brahms‘ 1860 uraufgeführter 2. Serenade, die sich an den Vorbildern der Wiener Klassik orientiert. In der Reduktion der orchestralen Mittel suchte Brahms eine Neuorientierung auf dem Weg zu seinem sinfonischen Schaffen, mit welchem er sich nach langem Ringen von den übermächtigen Vorbildern löste.