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Biografie: Ein Spiel

(Neue Fassung 1984)
Von Max Frisch
Ab 15 Jahren

  • Di 21.04.2020 / 18:00 Uhr
    Puppentheater Gera

 

„Ich verstehe Sie! Sie hatten die Wahl, Ihre Biografie zu ändern, das wünscht man sich manchmal, und was dabei herauskommt: Variationen des Banalen.“
Spielleiter

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, seine Vergangenheit zu ändern? Der Verhaltensforscher Hannes Kürmann erhält genau diese Möglichkeit. Sein größtes Verhängnis sieht er in seiner Ehe mit Antoinette, die ihn als gebrochenen Mann zurückließ. Immer wieder kehrt er an den Abend ihrer ersten Begegnung zurück, versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass sie sich näher kommen und scheitert immer wieder daran. Daraufhin dreht Kürmann an allen erdenklichen Stellschrauben, um das Misslingen der Beziehung zu verhindern, aber die Auswirkungen sind gering. Mit Schrecken muss der Verhaltensforscher erkennen, dass all sein Wissen um die Vergangenheit, um Antoinettes Affäre, um seine eigenen Fehler, um alle Streits und Konflikte, ihm nicht weiterhelfen können. Denn seine eigene Persönlichkeit kann er nicht ändern. Am Ende ist es Antoinette, die in das Geschehen eingreift und den Bannkreis ihrer unglücklichen Liebe durchbricht.
Max Frischs (1911-1991) dramatisches Werk befasst sich mit den Fragen nach Identität, Gemeinschaft und Selbstentfremdung. Mit Biografie: Ein Spiel erzählt er eine zutiefst philosophische Geschichte als Theater auf dem Theater. Was als Komödie gedacht war, entwickelt sich zur Farce mit hintergründiger Bitterkeit und tragischem Ausgang. Der Verhaltensforscher muss am Ende erkennen, wie sehr er selbst in seinen eigenen Verhaltensmustern gefangen ist. In seiner Überarbeitung von 1984 reduziert Frisch das umfangreiche Ensemble der Erstfassung aus dem Jahr 1967 auf fünf Darsteller.