Biografie: Ein Spiel (Neue Fassung 1984)

Von Max Frisch
Ab 15 Jahren

  • Sa 18.04.2020 / 19:30 Uhr Premiere
    Puppentheater Gera

 

„Ich verstehe Sie! Sie hatten die Wahl, Ihre Biografie zu ändern, das wünscht man sich manchmal, und was dabei herauskommt: Variationen des Banalen.“
Spielleiter

Der Verhaltensforscher Hannes Kürmann erhält die Möglichkeit, sein Leben zu ändern. Er darf frei wählen, an welchen Punkt in seiner Biografie er zurückkehren möchte, um sein Leben neu zu gestalten. Sein größter Wunsch dabei ist es, nie seiner Frau Antoinette begegnet zu sein. Mehrmals kehrt Kürmann deshalb zu jenem verhängnisvollen Abend des Kennenlernens zurück – und tappt immer wieder in die gleiche Falle. Es bleibt dabei: Die einst glückliche Ehe steckt in der Sackgasse. Antoinette hat seit Jahren einen Liebhaber, den Kürmann akzeptieren muss. Was Kürmann auch versucht, anstatt gravierende Besserungen hervorzubringen, kommt es nur zu bescheidenen Veränderungen. Kürmann muss sich eingestehen, dass er seine Persönlichkeit nicht ändern kann, so sehr er auch versucht, anders zu handeln. Ausgerechnet der Verhaltensforscher ist in seinen eigenen Strukturen gefangen. Erst als Antoinette ebenfalls ihr Leben zurückdrehen und eingreifen darf, ändert sich die Beziehung beider dramatisch.

Max Frisch (1911-1991) erzählt seine zutiefst philosophische Geschichte als Theater auf dem Theater. In seiner Überarbeitung von 1984 reduziert er das Ensemble der Erstfassung aus dem Jahr 1967 auf fünf Darsteller. Was als Komödie gedacht war, entwickelt sich zur Farce mit hintergründiger Bitterkeit und tragischem Ausgang. Die Kunst des Puppentheaters vermag es, Material zum Leben zu erwecken. Dabei geht die bespielte Figur eine beständige Abhängigkeit zu ihren Spielern ein. Biografie: Ein Spiel ist daher prädestiniert für eine Umsetzung des Stoffes mit dem Genre Puppenspielkunst.