Cabaret

Musical
Buch von Joe Masteroff
Nach dem Stück Ich bin eine Kamera von John van Druten und
Erzählungen von Christopher Isherwood · Gesangstexte von Fred Ebb
Musik von John Kander · Deutsch von Robert Gilbert
In der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker (1997)
Ab 15 Jahren
In der Reihe Wider das Vergessen

[3 Std., 1 Pause]

  • So 08.09.2019 / 18:00 Uhr Premiere
    Theaterzelt Altenburg

 

„Das ist nur Politik. Was hat das mit uns zu tun?“
Sally

>>> Beitrag von Altenburg TV

Wie viele junge Künstler aus aller Welt zieht es den amerikanischen Schriftsteller Cliff Bradshaw in das wilde und inspirierende Berlin 1930. Freundlich begegnen ihm die Leute und im legendären Kit-Kat-Club findet er abends Zerstreuung. „Willkommen, bienvenue, welcome im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret!”, begrüßt dort der bizarre Conférencier seine internationalen Gäste zu einer schrillen Show. Dort begegnet Cliff Sally Bowles. Die Sängerin ist der Star der Show. Mit Gesang, Charme und einem Hauch Erotik zieht sie die Gäste in ihren Bann – so auch Cliff. Das Schicksal meint es zunächst gut mit dem jungen Amerikaner, denn als Sally plötzlich gefeuert wird, sucht sie Zuflucht bei Cliff und zieht prompt in seinem Pensionszimmer ein. Die beiden werden ein Paar. Das weltoffene und wilde Berlin ist ein Genuss für den jungen Mann. Doch die Zeiten ändern sich rasant. Ein neuer Wind weht durch Deutschland und die kleine Brise von Rechts wird mehr und mehr zu einem Sturm, der alles hinwegfegt, was so begeisternd und wunderbar war… Auch die Menschen, die eben noch so vertraut und liebenswert  waren, verändert der aufkommende Sturm. Cliff will wieder fort – doch Sally möchte an ihrer Karriere in Berlin festhalten. 

Die Uraufführung von Cabaret gewann 1967 insgesamt acht Tony Awards u. a. als bestes Musical, für die beste Regie, Choreografie sowie Bühnenund Kostümbild. Gemeinsam mit dem Thüringer Staatsballett und dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera präsentiert das Schauspiel ein Musical, das sich mit der deutschen Geschichte auseinandersetzt, dabei jedoch auch verzaubernde und sinnliche Momente nicht missen lässt.
 

 



Rezensionen

Das Desaster vor dem totalen Kollaps - Leipziger Volkszeitung 2.10.18

Diese „Cabaret“-Produktion greift ans Herz und geht an die Nieren. Alle auf der Bühne agieren mit hoher Sensibilität und Eindringlichkeit.... Die zehn Eleven des Thüringer Staatsballetts poussieren mit prickelnder Klasse im multikulturellen Kit-Kat-Klub, auch Dank der Choreographie des Duos Vlasova/Pawlica.... Es macht also die Inszenierung von Lydia Bunk, die alle Figuren bemerkenswert genau abklopft, sogar noch spannender, dass diese am Anfang nichts von den folgenden Entwicklungen verrät....

Roland Dippel

Beifall nur mit schlechtem Gewissen - Ostthür. Zeitung 1.10.18

Die latente Agressivität einer Figur zu vermitteln, ist eine Stärke von Manuel Struffolino. Mit Gespür für Nuancen und sängerisch beherrscht der Schauspieler als Conférencier die Szene. Ein teuflischer Verführer in einem KitKatKlub, der wie Berlin in den zwanziger Jahren ist, süchtig nach Vergnügen und Entgrenzung: Für Geld ist heute alles zu haben, doch, wer kein Geld hat, ist nichts.

Angelika Bohn

Cabaret in Gera - musicals 12/18

Olav Kröger setzt auf transparenten Klang und dirigiert die Mitglieder des Philharmonischen Orchesters vom Piano.... Die Wucht des Mittelmaßes ist hier große Kunst und charakteresiert sehr genau die Zeit der Zeitenwende. Dabei gelingt es der Aufführung, nie ins Monströse abzudriften, vielmehr die Frage nach dem Warum zu stellen... Nolundi Tschudi ist in ihrer Darstellung eine beeindruckende Sally.... Lydia Bunk hat mit dem Schauspielensemble des Theaters Gera/Altenburg aus "Cabaret" ein unaufdringlich hochpolitisches Ereignis gemacht.

Lutz Hesse

Mediathek

Fotos: Ronny Ristok