Corpus

Ballett von Silvana Schröder in einem Akt
Musik: Frankie Chan, Les Tambours du Bronx, Max Richter u.a.
Uraufführung

 

„Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.“
Johannes Kepler

Jeden Tag führen wir motorische, gestische oder mimische Aktionen aus, denen wir unterbewusst eine Bedeutung zuschreiben können und die uns ein Leben lang begleiten. Der Affekt Schmerz, zum Beispiel, kann den Menschen seelisch wie körperlich berühren, stimulieren, strapazieren und bis an die Grenzen physischer Erfahrbarkeit bringen – zu einem Zusammenbruch oder gar zum Tod. Neben Zeit, Ort und Beschleunigung ist der Aspekt des Tempos ein grundsätzliches physi(-kal-)isches Prinzip für Bewegung und Tanz. Die Geschwindigkeit unseres Körpers erzeugt einen schnelleren Herzschlag und eine erhöhte Atemfrequenz, so dass sie den Körper vom leisen zum hörbaren Atmen, von sanfter Leichtigkeit zu heftiger Anstrengung, und umgekehrt vom Gefühl der Lebendigkeit zu Stillstand und Lähmung führt.

In ihrer neuen Choreografie nähert sich die Ballettdirektorin und Chefchoreografin des Thüringer Staatsballetts, Silvana Schröder, dem menschlichen Körper aus einer physisch-funktionalen Perspektive an. Dabei geht es darum, den eigenen Körper durch unterschiedliche Bewegungsarten und Zustände erfahrbar zu machen und das Leben durch Körper zu (be-)schreiben. Corpus schärft durch die Konzentration auf den variablen Einsatz der menschlichen Körperpartien mittels virtuoser Tanzformen das Auge und Körperbewusstsein des Tanzenden und des Publikums. Denn zahlreiche Assoziations- und Identifikationsmöglichkeiten lassen dieses neue Stück auf energetische Weise zu einem physisch miterlebbaren und multisensorischen Theatererlebnis werden.

 


Mit freundlicher Unterstützung