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Das Tagebuch der Anne Frank

Mono-Oper in zwei Akten
Libretto und Musik von Grigori Frid op. 60
Deutsch von Ulrike Patow
In der Reihe Wider das Vergessen

Termine

 

„Wenn ich in den Himmel schaue, dann denke ich, dass all diese Grausamkeiten auch mal ein Ende haben und auf der Erde wieder Ruhe und Frieden herrschen werden.“
Anne Frank

Zu ihrem 13. Geburtstag erhielt Anne Frank am 12. Juni 1942 ein kleines, in rotweißen Stoff eingebundenes Tagebuch. Besondere Bedeutung erlangte es ab dem 6. Juli 1942, dem Tag, an dem sich die jüdische Familie Frank vor den Nationalsozialisten im Hinterhaus des Gebäudes Prinsengracht 263 in Amsterdam versteckte. Dem Tagebuch vertraute Anne alles an; sie plante, dieses nach dem 2. Weltkrieg unter dem Titel Das Hinterhaus zu veröffentlichen. Nach dem Verrat ihres Verstecks 1944 wurden Anne und ihre Familie deportiert. Sie starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Nach der Verhaftung der Familie Frank nahm deren Helferin Miep Gies das Tagebuch an sich und bewahrte es so vor dem Zugriff der Gestapo. Sie übergab es nach dem Krieg an Annes Vater Otto Frank, der als einziger den Krieg überlebt hatte.
Aufwühlend beschreibt Grigori Frids (1915-2012) Mono-Oper die Ängste, die Anne durchlebt, wie sie trotz lebensbedrohlicher Umstände zur Frau reift und dabei immer ihren Humor bewahrt und gelassener wird. Ihren unerschütterlichen Optimismus schöpft sie aus der Fähigkeit, ihre Situation schreibend zu verarbeiten, aus ihrer Liebe zu ihrem Schicksalsgenossen Peter und aus ihren Naturbeobachtungen aus dem Dachfenster des Hinterhauses.

 


Rezensionen

Hoch poetisch und tief berührend

„Eine beeindruckende Inszenierung von großer Intensität. (...) Es ist ein Ereignis, diese sensible und kraftvolle Sängerin als Anne Frank zu erleben. Ihre Anne ist ein witziger Kobold, der in unbeschwerten Momenten die Todesdrohung vergisst, um gleich darauf in tiefer Verzweiflung mit Frids Musik den Tod näher und näher kommen zu sehen. Verstärkt sicher auch durch aktuelle Isolationserfahrungen, geht die kurze Stunde mit der Sängerin, den großartigen Musikern und dieser stringenten Inszenierung tief unter die Haut.“

Angelika Bohn, OTZ, Oktober 2020

Premiere der Mono-Oper

„Das Kammerorchester unter der musikalischen Leitung von Gerald Krammer saß auf der Bühne verteilt und spielte diese dramatische Neue Musik exzellent. Die australische Sopranistin Maja Andrews, ein Mitglied des Thüringer Opernstudios, interpretierte diese kräftezehrende Partie Nuancen abwägend und tief gefühlt und brachte die geistige und seelische Entwicklung des jungen Mädchens zur Frau und ihre Verzweiflung und Hoffnung glaubwürdig rüber. (...) Maia Andrews packende, glaubwürdige und zutiefst fesselnde Interpretation dieses ernsten Stoffes, durch die Annes Entwicklung nachvollziehende von der sehnsüchtigen, zum forschen, unbeschwerten, grotesken gleitenden Musik, tönend unterstützt, machte diese Aufführung zu einem empfehlenswerten und unvergesslichen Erlebnis. (...) Nach einer Stille der Besinnung erscholl gewaltiger Applaus für alle Beteiligten. Eine unbedingte Empfehlung!“

Dr. Claudia Behn, Online Merker, Oktober 2020

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Fotos: Ronny Ristok