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Der Krüppel von Inishmaan (The Cripple of Inishmaan)

Stück in neun Szenen von Martin McDonagh
Deutsch von Martin Molitor und Christian Seltmann
Ab 12 Jahren

Termine

 

„Es ist eine Schande, weil Billy eigentlich ein hübsches Gesicht hat, wenn man mal vom Rest absieht.“ Kate

Im äußersten Westen Europas liegen die irischen Aran-Inseln; eine davon ist Inishmaan, ein entvölkerter Flecken Erde. Die wenigen Bewohnerinnen und Bewohner sind in diesem grün-grauen Biotop verwurzelt, sind mehr oder weniger freiwillig Gefangene auf ihrem Felsen im Meer. Sie fristen ein karges Dasein mit wenigen Freuden: dem Verbreiten unerheblicher Neuigkeiten, dem übermäßigen Genuss von Süßigkeiten und (vor allem) Alkohol. Oder eben auch mit dem stundenlangen Starren auf weidende Kühe. Letzteres betreibt Billy bis zum Exzess. Er, von allen nur Krüppel-Billy genannt, lebt bei seinen beiden ältlichen Tanten. Das winzige Eiland ist ihm schon lange zu eng. Seine Eltern kamen um, als er noch klein war. Sie sind im Meer ertrunken.
Typisch für ein irisches Theaterstück ist das absolut schrullige Personal: Von den altjüngferlichen Tanten bis zur Eier auf alles werfenden Helen, der recht spröde und ordinäre „Hingucker“ auf der trostlosen Insel, vom Fake (und andere) News verbreitenden Johnnypateenmike bis zu Helens naschsüchtigem Bruder oder dem trinkfesten Alten. 
In diese Inselgesellschaft platzt die Nachricht, dass auf der Nachbarinsel ein Film gedreht werden soll. Die Jugend ist sofort Feuer und Flamme und überredet den Witwer Babbybobby dazu, sie mit dem Boot überzusetzen. Erstaunlicherweise wird Billy als einziger für Probeaufnahmen mit nach Hollywood genommen.
 

 


Rezensionen

Skurril und berührend: „Der Krüppel von Inishmaan“

„Die Altenburger Premiere lebt von hervorragend besetzten skurrilen Figuren und den atmosphärisch dichten Spiel des Ensembles. Reguisseur Manuel Kressin zeichnet Charaktere, die überzogen sind und dennoch berühren. Schon nach kurzer Zeit ist man drin in den Geschehnissen Inishmaan.“

Dana Weber, OVZ, Mai 2022

Insel voller obskurer Leute

„Schauspieldirektor Manuel Kressin und sein beeindruckendes Ensemble setzen dieses Stück voller Inkorrektheiten mit viel Tempo, Eigenwitz und Sinn für athmosphärische Bilder um. [...] Das die irische Armut spiegelnde Bühnenbild von Emilia Schmucker bietet hierfür die schlichte schöne Kulisse. Während die Drehbühne von einem Baugerüst dominiert wird, bilden Schwimmnudel-Elemente eine bunte Oase, die von der Felslandschaft Inishmaans inspiriert zu sein scheint. Kressins Inszenierung ist wunderbar stimmig [...].“ 

Ulrike Merkel, OTZ, Februar 2022

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