Der Vetter aus Dingsda

Operette in drei Akten
Libretto von Herman Haller und Rideamus
nach einem Lustspiel von Max Kempner-Hochstädt
Musik von Eduard Künneke

  • Do 10.10.2019 / 14:30 Uhr
    Theaterzelt Altenburg

 

„Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront,
Nachts zu dir steigen auf meine Lieder.“ Julia

Julia, die junge Erbin eines Vermögens, kann die Vormundschaft ihres Onkels und ihrer Tante nicht mehr ertragen. Sie lässt sich vom Gericht für mündig erklären, um ihren vom Onkel nach Batavia verbannten Vetter Roderich heiraten zu können. Der geldgierige Onkel hat jedoch ganz andere Pläne für seine Nichte: Er will, dass Julia seinen Neffen August heiratet. Am Abend, als sie die Bestätigung ihrer Mündigkeit erhält, taucht ein Fremder auf, der behauptet, er sei Roderich …

Der Vetter aus Dingsda wurde 1921 am Berliner Theater am Nollendorfplatz uraufgeführt und gilt seitdem als Eduard Künnekes (1885-1953) erfolgreichster musikalischer Schwank. Dies verdankt er seiner mit drastischer Situationskomik aufwartenden, frivolen Handlung, den flotten, lateinamerikanischen Tänzen sowie eingängigen Musiknummern wie „Ich bin nur ein armer Wandergesell“, „Ganz unverhofft, kommt oft das Glück“ oder „Sieben Jahre lebt ich in Batavia“.

 


Rezensionen

Textmarkerexplosion trifft Blues Brothers

„Der ‚Vetter‘ steht und fällt mit dem Ensemble und mit dieser Besetzung schlägt er ein wie eine Bombe: Wurlitzers Wimpel betört und verstört als optische Textmarkerexplosion mit ungezügeltem Sexualtrieb, Becks Josse lässt seinen Bariton hungrig brummen, Neubauers Egon hüpft infantil mit Blumen umher und über allem liegen die unzähligen Ohrwürmer Künnekes, die Wicklein am Pult aus den Sängern so zärtlich herauskitzelt und schweben lässt. Gesanglich, tänzerisch und musikalisch eine Augen- und Ohrenweide!“

Katharina Stork, OVZ, Oktober 2019

Wein, Shisha, Männer: Schuld war der dumme Mond…

„So wird aus der niedlichen Schmonzette mit Künnekes phantastischer Musik ein Stück, in dem nicht nur junge Menschen mit viel Herz und etwas Schmerz um sexuelle Freiheit und Identität ringen. Das Operettengenre kommt dabei gewiss nicht zu kurz, aber mit ungewöhnlich viel Zündstoff, Biss und Stoßkraft. [...] Alle Figuren haben Schneid, Gefühl und gerade deshalb Witz. [...] Auch Wickleins musikalische Leitung zeigt Schmackes und Liebe für Künnekes Melodienfülle.“

Roland H. Dippel, Magazin Kunst und Technik, Oktober 2019

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Fotos: Ronny Ristok