Die Ratten

Berliner Tragikomödie von Gerhart Hauptmann
Ab 15 Jahren

[2 Std. 20 Min., 1 Pause]

 

„Allens is hier morsch! Allens faulet Holz! Allens unterminiert, von Unjeziefer, von Ratten und Mäuse zerfressen!“
Herr John

In einem heruntergekommenen Berliner Mietshaus spielen sich die unterschiedlichsten menschlichen Dramen ab. Auf dem Dachboden hat der ehemalige Theaterdirektor Harro Hassenreuter einen Kostümverleih eingerichtet und schwärmt von vergangenen, besseren Tagen. Jette John aus der zweiten Etage verdient sich im Kampf gegen den Dreck und die Ratten in diesem Fundus als Putzfrau etwas hinzu. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind, wo doch ihr Erstgeborenes nach nur wenigen Tagen starb. Weil sie selbst jedoch nicht wieder schwanger wird, tut sie sich mit dem polnischen Dienstmädchen Pauline Piperkarcka zusammen, die ein Kind erwartet – ohne Mann und allein in der Fremde. Frau John gibt das Kind als das eigene aus. Ihr Mann, der viel Zeit als Maurerpolier auf Montage verbringt, ist überglücklich. Doch dann will Pauline ihr Kind zurück und das Kartenhaus droht einzustürzen, weswegen Frau John sich dazu entschließt, ihren kriminellen Bruder Bruno um Hilfe zu bitten. So nimmt das Unheil seinen Lauf.

Im Wechsel zwischen komödiantischen Szenen und dramatischen Abgründen entfaltet Gerhart Hauptmann (1862-1946) eine eindrückliche Milieustudie über das beengte Dasein am unteren Ende der Gesellschaft, das keinen Raum zum Atmen oder gar zum Traumen lässt. Seit der Uraufführung am Berliner Lessingtheater 1911 zählt Die Ratten zu den erfolgreichsten Dramen des Literaturnobelpreisträgers.

 


Rezensionen

Menschliche Abgründe - Bemerkenswerte Ensemble-Leistung

„... emotional berührt dürften wohl alle gewesen sein, als nach zweieinhalb Stunden der Vorhang fiel.“

Ellen Paul, OVZ, Februar 2020

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Fotos: Ronny Ristok