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Emilia Galotti

Trauerspiel in fünf Aufzügen
Von Gotthold Ephraim Lessing
Ab 15 Jahren

  • Fr 03.04.2020 / 19:30 Uhr
    Großes Haus Gera

 

„Ich will doch sehn, wer mich hält – wer mich zwingt – wer der Mensch ist, der einen Menschen zwingen kann.“
Emilia

Hettore Gonzaga, Prinz von Guastalla, hat sich in das Bildnis der Emilia Galotti verliebt und möchte sie um jeden Preis für sich. Das Mädchen aus bürgerlichem Hause ist jedoch bereits Graf Appiani versprochen. Nichtsdestotrotz sucht der Prinz Emilia in der Kirche auf und stellt ihr nach. Emilia ist dem Prinzen nicht gänzlich abgeneigt, verachtet jedoch sein tugendloses Verhalten. Sie hält an der Treue zu ihrem Verlobten fest. Emilias Mutter ist beunruhigt, nachdem sie von der Begegnung mit dem Prinzen erfährt. Zu Recht. Gonzaga gibt nicht auf. Er veranlasst einen Überfall auf den Grafen Appiani und lässt Emilia auf sein Lustschloss entführen. Doch Gonzaga hat nicht mit der Willensstärke Emilias gerechnet. Auch Gräfin Orsina, einst Geliebte des Prinzen, kann nicht tatenlos mit ansehen, wie Gonzaga sie nun verschmäht. Sie entwickelt einen Plan, um ihre Nebenbuhlerin zu Fall zu bringen und Gonzagas Machenschaften auffliegen zu lassen.

Im 18. Jahrhundert waren Trauerspiele in der Welt des Adels angesiedelt. Mit seinem 1772 in Braunschweig uraufgeführten bürgerlichen Trauerspiel Emilia Galotti beschritt Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) neue Wege. Die Tragik entfaltet sich in der Mitte der Gesellschaft. Emilia Galotti hat auch im 21. Jahrhundert nichts von seiner Aktualität eingebüßt: Es geht um die Selbstbestimmung einer jungen Frau angesichts eines übergriffigen Patriarchats, das ihr sowohl seitens des Prinzen als auch ihrer Eltern jegliche eigene Entscheidungsfreiheit abspricht. Die Zwänge, der Druck und die Gewalt, welche gesellschaftliche Normen und Hierarchien auf Individuen ausüben, zeigen sich hier zeitlos.