Emilia Galotti

Trauerspiel in fünf Aufzügen
Von Gotthold Ephraim Lessing
Ab 15 Jahren

 

„Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert“
Emilia Galotti

Hettore Gonzaga, der Prinz von Guastalla, ist besessenen von Emilia Galotti und mochte sie um jeden Preis für sich allein. Doch die junge Frau stammt nicht nur unstandesgemäß aus einer bürgerlichen Familie, sondern ist zudem bereits mit Graf Appiani verlobt. Der Prinz beauftragt seinen Kammerdiener Marinelli, die Heirat um jeden Preis zu verhindern. Dieser arrangiert einen Überfall auf die Hochzeitsgesellschaft, bei dem der Graf ums Leben kommt. Emilia wird vermeintlich auf das Lustschloss des Prinzen, Dosalo, gerettet, wo sie sich trotz einer gewissen Anziehungskraft ihres Gastgebers dessen Annäherungsversuchen widersetzt. Bevor der Prinz sein Ziel erreichen kann, erscheint dessen ehemalige Geliebte, Gräfin Orsina, unangekündigt auf Dosalo.

Gotthold Ephraim Lessings (1729-1781) 1772 in Braunschweig uraufgeführtes bürgerliches Trauerspiel hat bis heute nichts von seiner gesellschaftlichen Sprengkraft verloren. Wahrend es im 18. Jahrhundert dadurch provozierte, aus dem Bürgertum stammende Charaktere ins Zentrum zu stellen und die moralische Verkommenheit des Adels zu kritisieren, erweisen sich heute die emanzipatorischen Themen des Stückes als hochaktuell. Es geht um die Selbstbestimmung einer jungen Frau angesichts eines übergriffigen Patriarchats, das ihr jegliche eigene Entscheidungsfreiheit abspricht.