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Extrawurst

Vereinssitzung in zwei Akten von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob

 

Die Sitzung des Tennisvereins ist im Grunde Routine. Vor allem, wenn es um das alljährliche Sommerfest geht, für das ein neuer Grill angeschafft werden soll. Reine Formsache, sollte man denken. Allerdings gibt Melanie zu bedenken, dass man ihrem Tennispartner Erol, dem einzig türkischstämmigen Vereinsmitglied, nicht zumuten könne, dass sein Grillgut auf demselben Grill liege wie das Schweinefleisch. Schließlich wolle man ja dessen Religion respektieren.

Und auch wenn Erol das ziemlich egal ist, entbrennt doch ein für die Beteiligten bitterernster, fürs Publikum äußerst amüsanter Disput über Toleranz, Integration und das Zusammenleben in einer Gesellschaft ganz allgemein. Immerhin geht es um die Wurst und das Grillen als Symbol deutscher Leitkultur.
Nach erfolgreichen Jahren beim Fernsehen mit Serien wie Stromberg, Pastewka und der heute-show ist den beiden Comedy-Autoren Dietmar Jacobs (*1967) und Moritz Netenjakob (*1970) mit Extrawurst ein hochaktueller Theatercoup gelungen. Amüsant, pointiert und temporeich zerlegen sie darin genüsslich gesellschaftliche Ressentiments, versteckte Vorurteile und fragile Männlichkeit in ihre Einzelteile.