Gefährliche Liebschaften

Stück nach dem Briefroman von Choderlos de Laclos
Von Fabian Joel Walter

 

Es ist eine zynische Schachpartie der Intrigen, bei der es am Ende keine Sieger geben kann. Die hinterlistige, doch in der Öffentlichkeit unbescholtene Marquise de Merteuil und der Frauenheld Vicomte de Valmont verbindet das Band der Verachtung. Beide haben es sich aus dekadenter Langeweile zum Ziel gemacht, mit den Waffen der Betörung ihre Mitmenschen in den Abgrund zu stürzen. Das aktuelle Objekt ihrer Zerstörungswut ist die tugendhafte Madame de Tourvel. Ihre Werte, ihr unerschütterlicher Glaube an den Anstand sind die Mauern der Bastion, die Valmont einnehmen muss, um sich endgültig als Meister seiner Kunst zu rühmen. Als Preis winkt eine Liebesnacht mit seiner vertrauten Marquise. Doch je mehr das Opfer ins Schwanken gerät, desto unsicherer werden die beiden Intriganten.

Der Briefroman aus dem Jahr 1782, erschienen kurz vor der französischen Revolution, hält bis heute einer Gesellschaft den Spiegel vor, die Gefühle als lästiges Übel verachten und Hinterlist und Heimtücke als Kavaliersdelikte betrachtet. Die Intrigen der beiden hochintelligenten Verführer Valmont und Merteuil bilden ein Vexierbild, das mit Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach in eine einzigartige Atmosphäre verdichtet wird.

„Sabine Schramm ist in ‚Gefährliche Liebschaften‘ Puppen- und Schauspielerin in Personalunion. Sie macht die Merteuil zur spannendsten und rätselhaftesten Figur, die in dieser Saison in Gera das Scheinwerferlicht erblickte. … Zur Premiere am Sonnabend gab es Bravos und Applaus für diese kluge und funkelnde Inszenierung.“
Ostthüringer Zeitung

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Fotos: Stephan Walzl