glückliche menschen

Stück von Elise Wilk
Stückauftrag · Uraufführung
Deutsch von Frank Weigand und
Ciprian Marinescu

In der Reihe Arm und Reich


Dauer: 1 Std. 50 Min. · · keine Pause

 

„wir haben uns verpflichtet
wir können ihnen nicht den rücken kehren”
lara

In einem rumänischen Wald in der Nähe einer abgelegenen Armensiedlung wird eine Leiche entdeckt. Doch der Fall dahinter ist wesentlich komplexer als er zunächst scheint. Wenige Monate zuvor geraten die Schriftstellerin Vera und ihre Lebensgefährtin Lara in den sozialen Medien in eine Empörungswelle, nachdem sie ein Bild ihres luxuriösen Wohnzimmers gepostet haben, in dem ein Foto hängt, das zwei Kinder in bitterer Armut zeigt. Kurz darauf begegnet Vera dem jugendlichen Adi, der am U-Bahnhof bettelt. Sie beginnt, den Jungen und seine Familie, die in der Armensiedlung lebt, zu unterstützen und sogar Spenden zu sammeln. Doch schnell muss sie erkennen, dass ein bisschen wohlgemeintes Gutmenschentum nicht ausreichen kann, um struktureller Armut zu begegnen. Als sie bereits entnervt aufgeben will, nimmt Lara die Situation in die eigene Hand. 

In diesem Auftragswerk für das Theater Altenburg Gera wirft die rumänische Dramatikerin Elise Wilk (*1981) einen scharfen Blick auf die auseinanderklaffende Armutsschere in Europa. Kaleidoskopartig gewährt sie tiefe Einblicke in die diametral einander gegenüberstehenden Lebensrealitäten ihrer Figuren sowie deren Innenwelten. Ohne zu urteilen, mit großer Empathie und schrägem Humor lädt sie das Publikum auf eine Spurensuche nach unserer eigenen gesellschaftlichen Verantwortung ein. 

 

PROGRAMMHEFT

 



Besetzung


Rezensionen

Trauer über den Wipfeln

Die rumänische Autorin Elise Wilk hat dem Theater Altenburg-Gera mit "Glückliche Menschen" ein Stück geschrieben, das sich dem Thema "Arm und Reich" widmet: ein lohnenswerter, geschickt komponierter Blick auf die Gesellschaft seit der rumänischen Revolution von 1989, einer Gesellschaft, die bis heute von sozialen Kontrasten geprägt ist, von neuen Reichen und scheinbar ewig Armen. [...] Man folgt gebannt, wie die Schauspieler sich öffnen, den Blick in ihre Seele zulassen. Die Musik verstärkt, zieht hinein, lässt mitleiden und mithoffen.“

Matthias Schmidt, Nachtkritik, MRZ 2026

Verästelungen der Gesellschaft

„Für das Theater Altenburg Gera hat die Autorin Elise Wilk das Auftragswerk geschrieben, das auf der Geraer Bühne uraufgeführt wurde. Sie transportiert ihre Handlung irgendwo in einen Wald, zwei Stunden von Bukarest entfernt. Hier liegt eine Gemeinde, wo arme Menschen leben und hausen, von allen nur „die Siedlung“ genannt.“

Tobias Prüwer, Die deutsche Bühne, MRZ 2026

Uraufführung von Elise Wilks‘ „glückliche menschen“ in Gera beleuchtet Armut und Wohlstand

„Wilks Intention ist es, die auseinanderklaffende Armutsschere in Europa sichtbar zu machen und das Publikum zur Reflexion über gesellschaftliche Verantwortung einzuladen. [...] Schauspielerisch gelingt es den fünf Darstellenden hervorragend, die diametral gegensätzlichen Welten – von Bettlern bis Bestsellerautor – glaubwürdig und nachvollziehbar auf die Bühne zu bringen.“

Ulrike Kern, Thüringische Landeszeitung, MRZ 2026

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