Helden wie wir

Satire nach dem Roman von Thomas Brussig
Für die Bühne bearbeitet von Peter Dehler
Ab 16 Jahren

[1 Std. 20 Min.]

 

„Ich war’s. Ich habe die Mauer umgeschmissen.“
Klaus Uhlzscht
 

Als Kind hatte Klaus Uhlzscht große Träume. Nobelpreisträger wollte er werden, der DDR zu Glanz und Gloria verhelfen und den Sozialismus zum Sieg führen. Doch dieses Unterfangen stellt sich als komplexer heraus, als ursprünglich angenommen. Klaus’ Eltern – eine überpenible Hygienefanatikerin und ein mürrischer Widerling – sind keine große Hilfe. Wichtige Informationen über Bienchen und Blümchen muss er erst von anderen Jungen im Ferienlager erfahren. Nach und nach gerät er immer mehr ins Hintertreffen.
Hin- und hergeworfen zwischen Minderwertigkeitskomplexen und Größenwahn bleibt Klaus ein Außenseiter. Sein Heranwachsen zwischen Prager Frühling und friedlicher Revolution ist geprägt von Enttäuschungen und Frustration. Doch am 9. November 1989 schlägt endlich seine große Stunde. Er persönlich läutet den Fall der Berliner Mauer ein: durch das Herunterlassen seiner Hose.

Bitterböse und herrlich satirisch nimmt Erfolgsautor Thomas Brussig (*1964) in seinem Wenderoman Helden wie wir von 1995 das Alltagsleben im Arbeiter- und Bauernstaat unter die Lupe, dessen Niedergang durch die schiere Größe des Gemächts von Klaus Uhlzscht besiegelt wird. Zum dreißigjährigen Jubiläum der Wiedervereinigung zeigen wir die Bühnenfassung des Stoffes.

 


Rezensionen

Wie die Mauer wirklich fiel

„Thomas C. Zinke erfüllt die Erwartungen. Der 53-Jährige verwandelt sich in diesen verklemmten, (...) jungen Mann mit anscheinend großer Leichtigkeit und sichtlicher Spielfreude, lässt bei seinem Klaus Uhltzscht stets ein bisschen Forrest Gump durchscheinen. (...) Egal ob erwachende Sexualität, Mitarbeit im Stasi-Apparat, Hineingeraten in die friedliche Revolution – das passiert diesem ‚Helden‘ einfach alles, ohne aktives Zutun. Entsprechend witzig und skurril kommen seine Probleme daher.“

Ellen Paul, OVZ, Oktober 2020

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Fotos: Ronny Ristok