Ox und Esel

Eine Art Krippenspiel für Jung und Alt
Von Norbert Ebel
Ab 5 Jahren

 

„Judenkönig? Unsinn! Das ist ein kleines schreiendes, schmatzendes Wickelkind und kein Judenkönig. Du musst nicht immer alles glauben, was man dir erzählt.“
Ox

Ein Stall im eisigkalten Bethlehem: Gerade will der hungrige Ochse, genannt Ox, seine wohlverdiente Mahlzeit einnehmen, da findet er auf dem Heu der Krippe ein undefinierbares Etwas. Gemeinsam mit seinem Freund Esel kommt er zu der Erkenntnis, dass es sich um ein menschliches Kind handeln müsse. Aber es ist nicht irgendein Kind, wie der gar nicht so dumme Esel mutmaßt: „Es könnte das Jesuskind sein, ist doch die Zeit dafür!“ Ox bleibt misstrauisch. So schnell wie möglich will er das plärrende Baby loswerden. Esel hingegen empfindet Mitleid mit dem verlassenen Wurm. Beide versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, dem Kind zu helfen, es zu füttern und zu wickeln – was für einen Ochsen und einen Esel keine leichte Übung ist. Beinahe nebenbei erzählt Esel Ox dabei die Weihnachtsgeschichte. So ganz genau kennt sich Esel allerdings auch nicht aus. Es kommt zu einigen Begriffsproblemen: Da wird dann schon mal aus dem Messias ein Matthias und aus der Maria eine Mechthild. Doch noch bevor sich die beiden Tiere versehen, werden sie selbst Teil der Geschichte und müssen das Baby vor den Soldaten des Herrn Rodes (oder doch Herodes?) beschützen.

Auf herzliche Weise erzählt Norbert Ebel (*1958) die Weihnachtsgeschichte neu, indem er zwei Stalltiere zu Eltern werden lässt. Dabei spart er nicht an Situationskomik und Wortwitz. Die Tiere nehmen den Platz des Heiligen Paares in der Geschichte ein, lernen Herausforderungen zu meistern und Verantwortung zu übernehmen. Letztendlich ist es auch unwichtig, wer das Kind großzieht, solange es Liebe und Geborgenheit erfährt. Die neue Weihnachtsproduktion im Puppentheater lädt Groß und Klein dazu ein, einen frischen Blick auf die Ursprünge der Weihnachtsgeschichte zu werfen.