Seide

Nach dem Roman von Alessandro Baricco
Für die Bühne bearbeitet von Tobias Goldfarb

 

Mitte des 19. Jahrhunderts zeichnet sich Hervé Joncour für die Beschaffung neuer Seidenraupeneier verantwortlich, die für die Seidenproduktion in seinem französischen Dorf Lavilledieu unabdingbar sind. Mit seiner Frau Hélène führt er dort ein unaufgeregtes Leben. Als eine Seuche die Raupen seiner bisherigen Handelspartner befällt, rät man Hervé, die Eier aus Japan zu beziehen. So macht er sich auf die lange Reise in das fremde Land. Hervé gelingt es tatsächlich, einen Handel mit Hara Kei, dem Fürsten eines Dorfes, abzuschließen und dabei verliebt er sich in den Anblick eines jungen Mädchens. Als er im folgenden Jahr erneut in das japanische Dorf reist, beobachtet Hervé wieder fasziniert das geheimnisvolle Mädchen. Vor seiner Abreise gibt sie ihm einen Zettel: „Kommen Sie zurück, oder ich sterbe.“

Seide ist ein zutiefst poetischer Roman, der zart und einfühlend die Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung beschreibt. Es sind die unausgesprochenen Wünsche, die aufmerksamen Beobachtungen und die melodischen Wiederholungen, die der Erzählung eine beflügelnde Leichtigkeit verleihen und die Sinne wie die Fantasie anregen.

„Holk Freytags Inszenierung in der Geraer Puppenbühne ist ein Kleinod, großartig erzählt, mit zauberhaften Figuren und Kostümen (Sylvia Wanke) auf die Bühne (Christian Werdin) gebracht. Der Zuschauer reist mit der Akkordeon-Musik (Olav Kröger) nach Südfrankreich und erfährt durch die fantasievollen Videos von René Grüner vom Leben der Bewohner und ihren exotischen Bräuchen in dem kleinen japanischen Bergdorf.“
Sabine Wagner, Ostthüringer Zeitung