Untergang der Titanic

Große Oper mit Salonorchester
Libretto vom Komponisten in Zusammenarbeit
mit Christian Rateuke und Hartmann Schmige
Musik von Wilhelm Dieter Siebert

Theaterspektakel

  • So 08.09.2019 / 20:00 Uhr Restkarten
    Theater Gera

 

„Meine Damen und Herren, es gibt keinen Grund zur Beunruhigung.
Das Schiff fährt unbeirrt auf seinem Kurs!“
Edward J. Smith, Kapitän

Sie galt als ein technisches Meisterwerk, unsinkbar, war das seinerzeit größte Passagierschiff der Welt und der Luxus an Bord war bereits vor der Inbetriebnahme legendär. Zur Jungfernfahrt der Titanic von Southampton nach New York hatten sich zahlreiche Prominente aus Industrie, Finanzwelt, Sport und Kultur eingefunden. Am 14. April 1912 kollidierte die Titanic im Nordatlantik seitlich mit einem Eisberg und sank binnen drei Stunden. Ca. 1500 Passagiere und Besatzungsmitglieder starben bei dem tragischen Unfall; nur 711 konnten gerettet werden. Der Untergang der Titanic gilt seither als ein Symbol für menschliche Hybris, Verschwendungssucht und die Erkenntnis, dass die Natur stärker ist als alle technischen Errungenschaften. Und es wird nach wie vor über die Zusammenhänge von Börsenmanipulation und Betriebsunfall spekuliert.

Bei dem mit opulenter Ausstattung aufwartenden Theaterspektakel wird das Theater Gera zur Titanic. Das Publikum stellt die Passagiere der zweiten Klasse dar. Sie werden Zeuge der Schiffstaufe, dürfen beim Ball an Bord mit der Prominenz der ersten Klasse tanzen und nach dem Rammen des Eisbergs lernen Sie Ihr Theater auf eine völlig neue Art kennen. „Wer aufs Schiff darf, von dem gilt: Es sitzen alle im gleichen Boot, aber als Ungleiche“, so Wilhelm Dieter Siebert (1931-2011). Der Komponist war Mitbegründer der Gruppe Neue Musik Berlin. Die 1979 an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführte Oper Untergang der Titanic zählt zu Sieberts bekanntesten Werken.

 



Rezensionen

Opernspektakel gipfelt in fulminatem Gänsehautfinale

„Das ganze Haus wird bei dieser ‚Großen Oper mit Salonorchester‘ bespielt. Rund 120 Darsteller wirken mit: Sänger, Opernchor, Philharmonisches Orchester, Kinder- und Jugendchor, Philharmonischer Chor Gera, Bürgerchor Altenburg, Statisten sowie der Schauspieler Bruno Beeke. Das Publikum beziehungsweise die Passagiere der zweiten Klasse nehmen auf der Bühne Platz mit Blick in den prächtigen Zuschauersaal. Die aufwendigen Kostüme tragen zur überwältigenden Opulenz dieses Gesamtkunstwerkes bei. Der Star des Abends ist freilich das Ensemble, von den wunderbar affektiert und antiquiert agierenden Sängern über das bestens aufgelegte Orchester unter der Leitung von Thomas Wicklein bis hin zu den Statisten, die – ob Matrose oder Passagier – es verstehen, den Zuschauer in eine längst vergangene Zeit zu entführen. Wahrhaft großes Kino in Altenburg. Pardon! Große Oper!“

Ulrike Merkel, OTZ, Juli 2019

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Fotos: Ronny Ristok