Untergang der Titanic

Große Oper mit Salonorchester
Libretto vom Komponisten in Zusammenarbeit
mit Christian Rateuke und Hartmann Schmige
Musik von Wilhelm Dieter Siebert

Theaterspektakel

[2 Std. 30 Min.]

  • Sa 14.09.2019 / 20:00 Uhr
    Theater Gera

 

Hinweis: Das Vorspiel beginnt ca. 19:45 Uhr vor dem Theater Gera. Die Anfangs- und Schlussszene finden im Freien statt. Es empfiehlt sich, dem Wetter angemessene Kleidung zu tragen.

„Meine Damen und Herren, es gibt keinen Grund zur Beunruhigung.
Das Schiff fährt unbeirrt auf seinem Kurs!“
Edward J. Smith, Kapitän

Sie galt als ein technisches Meisterwerk, unsinkbar, war das seinerzeit größte Passagierschiff der Welt und der Luxus an Bord war bereits vor der Inbetriebnahme legendär. Zur Jungfernfahrt der Titanic von Southampton nach New York hatten sich zahlreiche Prominente aus Industrie, Finanzwelt, Sport und Kultur eingefunden. Am 14. April 1912 kollidierte die Titanic im Nordatlantik seitlich mit einem Eisberg und sank binnen drei Stunden. Ca. 1500 Passagiere und Besatzungsmitglieder starben bei dem tragischen Unfall; nur 711 konnten gerettet werden. Der Untergang der Titanic gilt seither als ein Symbol für menschliche Hybris, Verschwendungssucht und die Erkenntnis, dass die Natur stärker ist als alle technischen Errungenschaften. Und es wird nach wie vor über die Zusammenhänge von Börsenmanipulation und Betriebsunfall spekuliert.

Bei dem mit opulenter Ausstattung aufwartenden Theaterspektakel wird das Theater Gera zur Titanic. Das Publikum stellt die Passagiere der zweiten Klasse dar. Sie werden Zeuge der Schiffstaufe, dürfen beim Ball an Bord mit der Prominenz der ersten Klasse tanzen und nach dem Rammen des Eisbergs lernen Sie Ihr Theater auf eine völlig neue Art kennen. „Wer aufs Schiff darf, von dem gilt: Es sitzen alle im gleichen Boot, aber als Ungleiche“, so Wilhelm Dieter Siebert (1931-2011). Der Komponist war Mitbegründer der Gruppe Neue Musik Berlin. Die 1979 an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführte Oper Untergang der Titanic zählt zu Sieberts bekanntesten Werken.

 



Rezensionen

Opernspektakel gipfelt in fulminatem Gänsehautfinale

„Das ganze Haus wird bei dieser ‚Großen Oper mit Salonorchester‘ bespielt. Rund 120 Darsteller wirken mit: Sänger, Opernchor, Philharmonisches Orchester, Kinder- und Jugendchor, Philharmonischer Chor Gera, Bürgerchor Altenburg, Statisten sowie der Schauspieler Bruno Beeke. Das Publikum beziehungsweise die Passagiere der zweiten Klasse nehmen auf der Bühne Platz mit Blick in den prächtigen Zuschauersaal. Die aufwendigen Kostüme tragen zur überwältigenden Opulenz dieses Gesamtkunstwerkes bei. Der Star des Abends ist freilich das Ensemble, von den wunderbar affektiert und antiquiert agierenden Sängern über das bestens aufgelegte Orchester unter der Leitung von Thomas Wicklein bis hin zu den Statisten, die – ob Matrose oder Passagier – es verstehen, den Zuschauer in eine längst vergangene Zeit zu entführen. Wahrhaft großes Kino in Altenburg. Pardon! Große Oper!“

Ulrike Merkel, OTZ, Juli 2019

Mitspiel-Oper

„Dieter Sieberts ‚Untergang der Titanic‘ in der Regie von Martin Schüler dürfte beim aktiv einbezogenen Publikum unvergessen bleiben und ist in dieser Art bis dato beispiellos: eine Mitspiel-Oper in Altenburg.“

Dana Weber und Ellen Paul, OVZ, Juli 2019

Leinen los!

„Die mitwirkenden Zuschauer sitzen schließlich auf der Bühne, verfolgen das Treiben der Privilegierten im Parkett unter dem Kronleuchter. So genial wie einfach wird auch das Haus zum Protagonisten. Das Ensemble zeigt eine großartige Performance. Oper zum Anfassen - großarrtig. Tiefgang mit Botschaft, aber ohne Brechstange.“

Nora Sophie Kienast, Opernwelt, August 2019

Das Publikum sitzt im sinkenden Schiff

„Mit viel Liebe zum Detail und unglaublichen 120 Mitwirkenden – Sänger, Opernchor, Philharmonisches Orchester, Kinder- und Jugendchor, Philharmonischer Chor Gera, Bürgerchor Altenburg, Statisten sowie Schauspieler Bruno Beeke – bringt Regisseur Martin Schüler die 1979 uraufgeführte Oper von Wilhelm Dieter Siebert für zweieinhalb Stunden ins komplette Theater. Was für ein gigantischer Aufwand seitens des Theaters! Und was für eine tolle Aufführung, die vor allem durch die Leistung der vielen Mitwirkenden, der wundervollen Kostüme (Hilke Lakonen), liebevollen Details und natürlich der reizvollen Idee des Komponisten Sieberts lebt, das Publikum in seine Oper einzubeziehen. (...) Das Geraer Haus – wie auch das Altenburger zum Ende der vergangenen Spielzeit – bietet dafür mit all seinem Prunk die perfekte Kulisse und dem Publikum die Möglichkeit, sein Theater einmal ganz anders zu er­leben.“

Ulrike Kern, OTZ, September 2019

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Fotos: Ronny Ristok