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Vater

Schauspiel von Florian Zeller
Deutsch von Annette und Paul Bäcker
Ab 14 Jahren
Zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Peter Prautsch

[1 Std. 40 Min.]

 

„Ich habe das Gefühl, dass ich all meine Blätter verliere, eins nach dem anderen.“
André

André ist um die Achtzig und lebt allein in seiner Pariser Wohnung. Seine Tochter Anne besucht ihn beinahe täglich. Neben Anne gibt es da noch eine Frau in seiner Wohnung, die er gerade mit einer Gardinenstange verjagt hat. Angeblich soll sich diese Frau um ihn kümmern, klaut aber seine Uhr, ohne die er nicht leben kann. Plötzlich steht dann ein fremder Mann in Andrés Wohnung und behauptet Annes Mann zu sein. Sein Name soll Pierre sein. Ein ganz unsympathischer Typ in Andrés Augen. Aber auch Anne mochte er eigentlich schon als Kind nicht; ihre Schwester Elise dagegen ist ein Engel. Warum meldet sie sich nie? Und wieso sitzt er nach dem Morgenkaffee schon am Abendbrottisch? 

Florian Zellers (*1979) Stück über Altersdemenz wurde 2014 mit dem Prix Molière ausgezeichnet und auf den Bühnen Europas wie auch am Broadway in New York mit großem Erfolg aufgeführt. Aus der Perspektive von André erzählt, lernt das Publikum die Umwelt anders wahrzunehmen und entwickelt Empathie für den liebenswerten älteren Herrn.

 


Rezensionen

Spuk im Kopf

„Er [Peter Prautsch] berührt mit der Figur des dementen André die Herzen. (...) Klug und raffiniert erzählt Autor Florian Zeller die Geschichte aus Andrés Perspektive. (...) Es ist eine Inszenierung mit wenigen Mitteln. Regisseurin Johanna Hasse setzt maßgeblich auf das schauspielerische Können ihres Hauptdarstellers. Glaubhaft und berührend verkörpert Peter Prautsch diesen gealterten Ingenieur, der zuweilen noch ganz schelmisch und charmant sei kann, aber auch gnatzig, aufbrausend, verzweifelt und ängstlich. (...) Dann brandet er [der Applaus] laut auf. Das Publikum erhebt sich. Es würdigt einen großartigen Schauspieler, der trotz seiner 73 Jahre hoffentlich noch lange auf der Bühne zu erleben sein wird.“

Ulrike Merkel, OTZ, Oktober 2020

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Fotos: Ronny Ristok